Städtetour

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Aller Anfang ist schwer

Die Münchner Kanalisation hat eine lange Geschichte hinter sich. Alles begann Anfang der 1810er, als die ersten Kanäle für rund 50 Tausend Einwohner errichtet wurden. Und obwohl das System für damalige Verhältnisse recht praktisch war, wurde noch viel Müll einfach auf der Straße entsorgt. Gehwege der gesamten Stadt waren davon weiterhin betroffen. An eine von der Stadt organisierte Rohrreinigung München war zu diesem Zeitpunkt noch zu denken.

Erst in den 1830ern entstand ein erstes planmäßiges Abwassersystem. Immer wieder auftretende Epidemien sorgten dafür, dass an der Stadthygiene gezweifelt wurde und der Aufschrei nach anderen sauberen Maßnahmen war groß. Leider konnten geplante Großprojekte nicht in die Tat umgesetzt werden, da es der Stadt dafür an den finanziellen Mitteln fehlte. Zudem fehlte es Allerorts an Zusammenführungen der gesonderten Entsorgungswege und die bestehenden wurden nur liederlich gepflegt. Sie waren undicht und konnten nicht gespült werden.

Als 1854 die Cholera Münchens Bürger heimsuchte, waren die Folgen verheerend. Tausende Menschen und sogar die Königin selbst kostete es das Leben und es war klar, dass etwas unternommen werden musste. Ursache für die vielen Opfer war das verunreinigte Grundwasser, welches die Bürger aus den Pumpbrunnen holten.

Daraufhin sollte der nächste Schritt in ein sauberes München die Ausarbeitung der systematischen Kanalisation sein. So wurde 1885 extra eine eigene Abteilung für die Stadtentwässerung gegründet, die den ersten Kanalreinigungsbetrieb hervorbrachte. Mit der folgenden Schwemmkanalisation setzten sich auch WCs mit Spülung durch, die in Übersee bereits einige Jahrzehnte zuvor aufkamen.

Um 1900 gab es bereits über 200 km Kanalisation und fast 80 % der Bürger hatte einen Zugang. Auch eine regelmäßige Reinigung, die halbjährlich stattfand, sorgte nun für mehr Hygiene und eine sinkende Sterblichkeit in der Stadt. Zum ersten, bereits in den 1920ern errichtete, Klärwerk kam nun auch ein zweites hinzu. Eine moderne Klärschlammverbrennungsanlage folgte ebenfalls rasch und weitere Innovationen sollten nicht lange auf sich warten lassen.

Abwasserdesinfektions- und Sandfiltrationsanlage versprachen eine noch höhere Wasserqualität. Und Anfang der 2000ern waren fast alle Münchner Haushalte am rund 2500 km langen Kanalsystem angeschlossen.

Heute gilt ihre Stadtentwässerung als großes Vorbild für andere Metropolen und bringt auch immer noch spannende Innovationen hervor.